Einleitung
Dieses Werk ist in türkischer Sprache erschienen. Die Zusammenfassung auf dieser Seite ist eine Übersetzung; der Originaltitel steht in Klammern.
Berücksichtigt man beim Begriff der Sexualstraftat nur die in den Strafgesetzen enthaltenen Tatbestände, so scheint er sich auf die sexuelle Belästigung, die sexuelle Zudringlichkeit (sarkıntılık), den einfachen sexuellen Übergriff und den qualifizierten sexuellen Übergriff zu beschränken. Der Begriff der Sexualstraftat ist jedoch weiter und reicht in seinen Auswirkungen darüber hinaus. Vor allem seit das Internet nach der digitalen Revolution zu einem unverzichtbaren Teil unseres Lebens geworden ist und all unsere personenbezogenen Daten einschließlich unseres Privatlebens in die sozialen Medien verlagert worden sind, haben Häufigkeit und Reichweite dieser Straftaten in unvorhersehbarer Weise zugenommen. Im Zeitalter vor dem Internet musste man, um an einer Person eine Sexualstraftat zu begehen, ihr so nahe sein, dass körperlicher Kontakt möglich war, oder ihr zumindest einen Brief oder Ähnliches schicken. Heute ist es für den Täter äußerst leicht, anonym zu bleiben und im digitalen Raum einen sexuellen Übergriff zu begehen.
Dieses Umfeld erschwert einerseits die Ermittlung des Täters und erleichtert andererseits die Begehung der Tat. Das verbreitetste Beispiel hierfür ist das in letzter Zeit auftretende Phänomen des „Rachepornos“ (revenge porn), bei dem frühere Partner oder Ehegatten anonym Bilder oder Videos verbreiten, die den anderen nackt oder beim Geschlechtsverkehr zeigen. Eine weitere Begehungsweise von Sexualstraftaten, die das digitale Zeitalter hervorgebracht hat, besteht darin, dass Opfer mithilfe privater Aufnahmen oder Informationen, die auf irgendeine Weise im digitalen Raum erlangt wurden, erpresst und zum Geschlechtsverkehr mit dem Täter selbst oder mit Dritten gezwungen werden. Eine weitere Sexualstraftat besteht darin, dass der Zugang zu Kinderpornografie, Tierpornografie oder gewalthaltigen pornografischen Inhalten leicht verschafft wird.
Verwandte Publikationen
Dülger, Murat Volkan, Computerkriminalität und Recht der Internetkommunikation (Bilişim Suçları ve İnternet İletişim Hukuku), 11. Aufl., Seçkin Verlag, Ankara, 2025.
Dülger, Murat Volkan / Modoğlu, Gözde, Praxisleitfaden zu Computerkriminalität, Ermittlungs- und Strafverfolgungsmethoden sowie zum Recht der Internetkommunikation (Bilişim Suçları, Soruşturma ve Kovuşturma Yöntemleri ile İnternet İletişim Hukuku Uygulama Rehberi), Gemeinsame Veröffentlichung der Europäischen Union und des Europarats, Ankara, 2014.
Dülger, Murat Volkan, “Kontosperrung und Beschlagnahme bei Computerstraftaten: Analyse von Art. 128/A der türkischen Strafprozessordnung (CMK) unter den Gesichtspunkten der Grundrechte, der Systematik des Strafverfahrens und der Rechtsvergleichung” (Bilişim Suçlarında Hesabın Askıya Alınması ve Elkoyma: CMK (Ceza Muhakemesi Kanunu) m. 128/A’nın Temel Haklar, Ceza Muhakemesi Sistematiği ve Karşılaştırmalı Hukuk Açısından Analizi), Tagungsbeitrag, 2026.
Dülger, Murat Volkan, “Die Nutzung von Kryptowerten zur Geldwäsche und die dagegen zu treffenden Maßnahmen” (The Use of Crypto Assets in Money Laundering and the Measures to Be Taken Against It), Istanbul Aydın University Faculty of Law Journal, Bd. 10, Nr. 1, 2024, S. 41-94.
Dülger, Murat Volkan, “Die Nutzung von Kryptowerten zur Geldwäsche und die zu treffenden Maßnahmen” (Kripto Varlıkların Suç Gelirlerinin Aklanmasında Kullanılması ve Alınması Gereken Önlemler), Zeitschrift der Juristischen Fakultät der Istanbul Aydın Universität (İstanbul Aydın Üniversitesi Hukuk Fakültesi Dergisi), Bd. 10, Nr. 1, 2024, S. 41-94.
