1. Oktober 2026Murat Volkan DülgerBeitrag

Einleitung

Dieses Werk ist in türkischer Sprache erschienen. Die Zusammenfassung auf dieser Seite ist eine Übersetzung; der Originaltitel steht in Klammern.

Im September 2026 hat der Kapitalmarktausschuss (Sermaye Piyasası Kurulu) die Abwicklung von 131 Investmentfonds beschlossen, deren Gründer sieben Portfolioverwaltungsgesellschaften sind. Von diesem Beschluss sind rund 456.000 Anleger unmittelbar betroffen. Im selben Zeitraum hat die Oberstaatsanwaltschaft Istanbul ein umfangreiches Ermittlungsverfahren eingeleitet, und auch die Aktiengeschäfte politisch vernetzter Personen sind in die öffentliche Diskussion geraten. Der Beitrag legt die Entwicklungen zugrunde, die sich am Morgen des 1. Oktober 2026 aus amtlichen Quellen belegen lassen, und bewertet den Fall unter den Gesichtspunkten des Strafrechts, der Anlegerrechte und der Aufsichtsverantwortung.

Der Beitrag zieht zunächst die Grenze zwischen Anlageverlust und Straftat. Anschließend untersucht er die Tatbestände der Marktmanipulation, des Insiderhandels, des qualifizierten Betrugs, des qualifizierten Vertrauensmissbrauchs, der kriminellen Vereinigung und der Geldwäsche. Gesondert behandelt werden der Grundsatz der persönlichen strafrechtlichen Verantwortlichkeit, die Einordnung des schriftlichen Antrags des Ausschusses als Prozessvoraussetzung sowie der Unterschied zwischen der tätigen Reue nach Art. 107 Abs. 3 des Kapitalmarktgesetzes und den Konten für freiwillige Rückzahlungen. Abschließend werden die Rechtsbehelfe, die den Anlegern offenstehen, und die Verantwortung des Ausschusses und anderer Institutionen erörtert. Das Ergebnis lautet: Der Erfolg der Ermittlungen ist nicht an der Zahl der Untersuchungshäftlinge zu messen, sondern daran, dass das Transaktionsmuster aufgedeckt wird, die Erträge aus Straftaten gesichert werden und für alle dieselben Maßstäbe gelten.

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